Wie ein Foresain-Assessment zu seinem Urteil kommt — und warum es einer Prüfung standhält: vor dem Gremium, vor dem Versicherer und vor Gericht.
Ein KI-Assessor liest die Quellen und extrahiert Fakten — jeden mit Quellen-URL und, wo möglich, wörtlichem Kurzzitat. Ein zweiter, unabhängiger Verifikationsschritt prüft jeden einzelnen Fakt gegen die Quellen. Das ist der agentische Rand: Sprachverstehen genau dort, wo Sprachverstehen gebraucht wird.
Alles, was danach kommt, ist deterministischer Code ohne KI-Beteiligung: Gewichtung, Score, Rating, Red Flags und Evidenzgrade folgen versionierten, offengelegten Regeln und Formeln. Zwei Läufe mit gleicher Version und gleichem Quellen-Snapshot führen im Kern zum gleichen Ergebnis.
Offene Recherche zum Stichtag; jedes Dokument wird mit URL, Veröffentlichungsdatum und SHA-256-Prüfsumme eingefroren (WORM-Prinzip — einmal geschrieben, nie verändert).
Der Assessor beantwortet je Indikator eine Leitfrage — ausschließlich aus den Quellen, ohne Vorwissen, ohne Annahmen. Auch das Fehlen von Belegen wird ausgewiesen.
Ein zweiter Prüfschritt bestätigt, schwächt oder verwirft jeden Fakt. Nur bestätigte Fakten tragen Bewertungen und Red Flags.
Bewertung strikt gegen veröffentlichte Skalenanker je Indikator. Nicht Erhebbares wird transparent ausgewiesen statt geraten — die Abdeckung (Coverage) steht im Report.
Gewichteter Modul-Score → GDS (0–100, niedriger ist besser) → Rating A–D, dazu regelbasierte Red Flags und Evidenzgrade. Reproduzierbar und auditierbar.
Der Governance Distress Score verdichtet die gewichteten Reifegrade eines Moduls auf eine Skala von 0 bis 100: Ein Modul mit durchgehend Bestnoten hätte GDS 0, eines ohne jeden Beleg GDS 100. Die Rating-Bänder sind fest definiert:
| A | robust — GDS unter 25. Belegte, wirksame Governance-Prozesse. |
| B | beobachten — unter 45. Solide Substanz mit erkennbaren Lücken. |
| C | erhöht — unter 65. Strukturelle Schwächen mit Distress-Relevanz. |
| D | akut — ab 65. Governance-Distress mit unmittelbarem Handlungsbedarf. |
Red Flags markieren Befunde, die über die graduelle Bewertung hinaus ein eigenständiges Warnsignal sind — etwa ein belegter Vorfall ohne erkennbare Organbefassung. Sie werden nicht von der KI vergeben, sondern von versionierten Regeln abgeleitet: aus einer kritischen Reifegrad-Konstellation oder aus einem verifizierten Ereignis-Fakt. Jede Red Flag erhöht den GDS ihres Moduls um +5 Punkte und wird im Report einzeln begründet — inklusive der Quelle, die sie ausgelöst hat.
Jede Feststellung trägt einen Evidenzgrad — regelbasiert aus der Quellklasse der belegenden Quelle und dem Verifikationsergebnis, nicht aus einer Selbsteinschätzung des Modells:
| A | Primärquelle (Eigenbericht, Register, Urteil), Aussage wörtlich belegt. |
| B | Solide Sekundärquelle mit konkretem, zitierbarem Unternehmensbezug. |
| C | Abgeleitet aus mehreren Quellen oder generisch ohne direkten Bezug. |
| D | Kein tragfähiger Beleg. |
Der Evidence Confidence Index (ECI) verdichtet die Evidenzgrade gewichtet zu einer Kennzahl (0–100 %): Er beantwortet die Frage „wie gut ist dieses Urteil belegt?" — unabhängig davon, wie das Urteil ausfällt. Reifegrad und Evidenzgrad sind bewusst getrennt: Ein schwacher Befund kann exzellent belegt sein, und genau das macht ihn verteidigbar.
Liegen mehrere Modul-Assessments desselben Unternehmens vor, ist der Gesamt-GDS das gewichtete Mittel der Modul-GDS über versionierte Portfolio-Gewichte. Da jeder Modul-GDS seine Red Flags bereits enthält, wirkt ein Flag im Gesamtbild proportional zum Gewicht seines Moduls — die Zahl der Module verzerrt das Ergebnis nicht. Fehlende Module werden transparent renormiert und als Gewichtsabdeckung ausgewiesen.
Jedes Modul wird vor Freigabe gegen einen Golden Case kalibriert: einen unabhängig handrecherchierten Referenz-Report desselben Unternehmens. Der automatische Lauf muss ihn innerhalb definierter Toleranzen reproduzieren — je Indikator, im Score, im GDS, in der exakten Red-Flag-Menge, in der Faktenabdeckung und in den Kernbefunden. Erst dann geht ein Modul in den Einsatz.
Alles, was das Ergebnis beeinflusst — Indikatoren, Skalenanker, Gewichte, Regeln, Quellklassen — ist versioniert und wird im Report ausgewiesen. Der Quellen-Korpus jedes Laufs wird als WORM-Snapshot gespeichert. Der deterministische Kern ist durch eine wachsende Regressions-Testsuite abgesichert, die bei jeder Änderung läuft.
Der GDS ist kein Rating im Sinne der EU-Ratingverordnung und keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Bewertet wird ausschließlich die öffentlich belegbare Außensicht zum Stichtag; Innensicht-Module (Stufe 2) sind gesondert gekennzeichnet und erfolgen nur mit Mandat.